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Reifenschäden sind ärgerlich & gefährlich: Diese 8 Tipps sollten Sie kennen

Von: Gabriel Raiolo - Oktober 14, 2022

Oh nein, eine Reifenpanne, das hat mir gerade noch gefehlt! Das wird sich so mancher Autofahrer gedacht haben, wenn er vor dem Einsteigen einen platten Reifen bemerkt oder die Warnleuchte des Reifendruckkontrollsystems im Cockpit blinkt.

Reifenschäden müssen aber wie bei diesem Klassiker nicht immer sichtbar sein: Sie können sich schleichend entwickeln und im schlimmsten Fall zu einem Reifenplatzer führen. Gründe genug also, hier Ursachen und Arten von Reifenschäden und mögliche Kostenübernahmeoptionen durch die Kfz-Versicherung zu beleuchten.

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„Ein Fahranfänger hat eine Reifenpanne. Er schaut auf den Reifenschaden und atmet auf: Gott sei Dank ist der Reifen nur unten platt.“ (Anekdote aus dem Internet).

Definition: Was ist ein Reifenschaden?

Im Sprachgebrauch wird eine Reifenpanne meistens als Platten bezeichnet. Dann ist ein Luft- bzw. Druckverlust bereits sichtbar. Viele Reifenschäden bleiben aber zunächst unbemerkt, wenn die Oberfläche z. B. durch Steine oder einen Nagel beschädigt ist. Schäden an der Reifenflanke, ein falscher Druck, Überladung, ein defektes Ventil und eine zu geringe Profiltiefe können ebenfalls Auslöser sein.

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Kurz & knapp auf den Punkt gebracht: Ihr 30 Sekunden Update als Reifenkunde

  • Nicht immer ist die Luft raus: Ein Schaden am Reifen kann längere Zeit unbemerkt bleiben, was eine regelmäßige Kontrolle sinnvoll erscheinen lässt.
  • Stoßbruch, Risse, Einschnitte, Ausbeulungen, ungleichmäßiger Abrieb und Löcher zählen zu den häufigsten Reifenschäden.
  • Schäden am Reifen bzw. Unwuchten können zu einem Reifenplatzer führen.
  • Die Kaskoversicherung zahlt nur, wenn ein Reifenschaden durch Vandalismus oder höhere Gewalt entsteht. Allerdings sind die Kosten mit der Selbstbeteiligung in Relation zu setzen!
  • Die Möglichkeiten zur Reifenreparatur sind wirtschaftlich oft nicht lohnenswert.
  • Bei einem durch einen unverschuldeten Autounfall beschädigten Reifen muss die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners für diesen und weitere Schäden aufkommen.

STOPP: Reifenschäden sind eine Sicherheitsgefahr!

Als direkte Verbindung zur Straße sind Autoreifen das Wichtigste für die Sicherheit im Straßenverkehr: Bremsweg und Fahrverhalten hängen entscheidend von Autoreifen ab, im Ernstfall entscheiden Millimeter! Und auch nach einem Unfall kann ein Schaden am Reifen durch eine Kollision oder ein extremes Bremsmanöver entstehen. Sobald der Reifen einer starken Belastung ausgesetzt wurde (z. B. an der Bordsteinkante), sollte er professionell begutachtet werden.

Häufige Fragen: Wissenswertes über Reifenschäden

Welche Reifenschäden sind gefährlich?

Reifenexperten erachten Glasscherben, Nägel und andere spitze Fremdkörper als gefährlich, da diese tief in den Reifen eindringen und zu einem plötzlichen Druckverlust oder dem Platzen führen können. Bei hoher Geschwindigkeit kann der Fahrer so die Kontrolle über das Fahrzeug verlieren.

Was tun bei einem Reifenschaden?

Während der Fahrt sollte die Spur gehalten und die Geschwindigkeit langsam gesenkt werden. Warnblinklicht ist einzuschalten, ein sicherer Standort ist anzufahren. Vor Fahrtantritt sollte bei Verdacht auf einen Schaden am Reifen angesichts der Risiken eine Prüfung in einer Werkstatt erfolgen.

Wie beschädigt darf ein Reifen sein?

Grundsätzlich muss er den vorgegebenen Luftdruck konstant halten können. Die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 Millimetern darf nicht unterschritten werden: Reifen sind dann vollständig abgenutzt! Löcher dürfen nicht größer als 6 Millimeter sein. Karkasse und Flanke des Reifens dürfen nicht beschädigt sein.

Grundlagen: Welche Arten von Autoreifen gibt es?

Starten wir mit einer kleinen Reifenkunde, damit dieser Ratgeber informativ für Sie zu einer runden Sache wird. Gemäß der O bis O Regel (Oktober bis Ostern) sollten bei einer Oberflächentemperatur von weniger als 7 Grad Winterreifen aufgezogen werden. Diese weisen weichere Gummimischungen und ein furchenartiges Profil auf, um für maximalen Grip bei winterlichen Straßenverhältnissen zu sorgen. Die Wulst des Reifens bildet als Teil der Karkasse den Innenring. Die Wulst sorgt so dafür, dass der Reifen mit dem vorgesehen Luftdruck auf der Felge einen festen Sitz hat.

Oberhalb von 7 Grad sind Sommerreifen ab Ostern die sicherere Verkehrslösung, da sie einen kürzeren Bremsweg und eine effektivere Wasserverdrängung zur Prävention von Aquaplaning ermöglichen. Winterreifen wären im Sommer einer starken Abnutzung durch hohen Abrieb ausgesetzt!

Ein funktionaler Kompromiss gerade im Großstadtverkehr sind Ganzjahresreifen (Allwetterreifen). Hier ist kein Wechsel erforderlich. Reifen mit Spikes kommen als Ergänzung zu Winterreifen und Schneeketten nur in sehr kalten Regionen in Frage.

Abgesehen von saisonalen Reifenarten lassen sich diese Typen unterscheiden:

  1. Runflat-Reifen: Durch eine verstärkte Seitenwand und Stützringe weisen sie eine Notlaufeigenschaft auf (geringer Druckverlust).
  2. Geländereifen (Off-Road-Reifen).
  3. Breitreifen und Leichtlaufreifen.
  4. Slicks (profillose Reifen) sind in Deutschland im Straßenverkehr verboten!

Wissenswertes zum Profil: Informationen auf den Reifen

Hersteller verkaufen neue Reifen meistens mit einer Profiltiefe von 8 oder 9 Millimetern. Die gesetzliche Mindesttiefe von 1,6 Millimetern sollte nicht erreicht werden, da die Reifenperformance bei einem derartig geringen Profil deutlich abnimmt. Bei Winterreifen sollte das Profil nicht deutlich unter 4 Millimeter sinken. Je nach Qualität und Fahrweise variiert die Lebensdauer von Reifen deutlich: Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko für Reifenschäden erheblich, da die Oberfläche und Seitenflanke porös werden können.

Die auf dem Reifen zu findende Reifenkennzeichnung ist mit den Angaben in der Zulassungsbescheinigung I zu vergleichen: Im Fahrzeugschein steht, welcher Reifentyp für das Fahrzeug zulässig ist.

Die Reifenkennzeichnung enthält folgende Informationen:

  • Breite der Räder.
  • Prozentwert für das Verhältnis zwischen Breite und Höhe des Reifenquerschnittes.
  • Reifenbezeichnung (R steht für Radial-, D für Diagonalreifen).
  • Felgendurchmesser (in Zoll).
  • Tragfähigkeitsindex.
  • Buchstabe für Geschwindigkeitsindex (= maximale Höchstgeschwindigkeit).

Was sind häufige Reifenschäden? Ihr Gutachter informiert

Sehr oft kommt es zur Beschädigungen der Lauffläche durch den ständigen Kontakt mit der Fahrbahn. Je unebener und schmutziger diese ist, desto wahrscheinlicher sind Reifenschäden durch Risse, Krater, Löcher oder spitze Fremdkörper. Auch an Flanke und Seitenwand kann es zu Schäden kommen, wenn etwa eine Bordsteinkante mit großer Wucht touchiert wird. Darunter leidet übrigens auch das Felgenhorn. Reifenplatzer können entstehen, wenn Schäden oder Fremdkörper die gesamte strukturelle Integrität des Reifens zerstören.

Welche Ursachen gibt es für Reifenschäden?

Eine häufige Ursache für eine klassische Reifenpanne ist ein defektes Ventil, über das als Folge Luft entweicht. Weite Strecken sollten damit nicht gefahren werden, da auch die Felge bzw. gesamte Achse Schaden nehmen kann. Meistens sind es Fremdkörper auf der Straße wie Nägel, Scherben oder spitze Steine, die einen Reifen gravierend beschädigen.

Ein falscher Luftdruck kann ebenfalls Auslöser für einen Reifenschaden sein: Er kann sich durch eine Beule bzw. Verformung bemerkbar machen. Überladung ist ebenfalls ein Faktor, an den viele Autofahrer nicht denken. Es könnte zu einem Bruch der Flanke kommen. Im schlechtesten Fall platzt der Reifen. Das gilt auch für die Überschreitung der maximal zulässigen Höchstgeschwindigkeit für die aufgezogenen Reifen. Auch an eine fehlerhafte Achsgeometrie ist zu denken.

Wie kann man einen Reifenschaden beurteilen?

Als Laie werden Sie vor allem den zu geringen Luftdruck und eventuell Schadensspuren auf der Reifenflanke und Lauffläche der Räder sehen können. Die Wulst ist im Inneren des Reifens nicht zu sehen. Sie sollten angesichts der skizzierten Risiken immer einen Fachbetrieb aufsuchen, um den Reifen überprüfen zu lassen. Das gilt insbesondere, wenn Sie eine längere Urlaubsfahrt planen. Oft sind beide Reifen auf einer Achse zwecks gleichmäßigem Fahrverhalten auszutauschen.

Gut zu wissen: Was das Auge am Reifen nicht sieht …

Eine Wulst oder Beulen sind außen am Reifen für Laien im Gegensatz zum Bruch oder Reifendruck oft ‚unsichtbar‘. Spezialisierte Gutachter oder Vulkanisiermeister können Lichtmikroskope, Sputteranlagen und Röntgengeräte einsetzen, um einen Reifen ganzheitlich zu beurteilen. Eine Reifenreparatur wird sich in den meisten Fällen nicht lohnen.

Reifenschaden durch unverschuldeten Verkehrsunfall

Sind Sie in einen Verkehrsunfall verwickelt, sollten Sie sich an einen unabhängigen Gutachter wie Gabriel Raiolo wenden. Bei einer Kollision im Bereich der Reifen wird der Schaden sehr wahrscheinlich weit über das Gummi hinausgehen. Denken Sie an die Verkleidung, den Lackschaden und einen wahrscheinlichen Schaden an der Achse / Lenkung bei einem heftigen Aufprall.

Eine runde Sache: Mit diesen 8 Tipps Reifenschäden vermeiden

  1. Überprüfen Sie regelmäßig den vom Hersteller vorgegebenen Reifendruck: Warten Sie nicht, bis die Kontrollleuchte aufblinkt.
  2. Fahren Sie zwecks Reifenschutz zur Minimierung von Risiken vorausschauend und vermeiden Sie starke Bremsmanöver, Schlaglöcher und das Rammen von Bordsteinen. Hierunter leidet vor allem das Felgenhorn.
  3. Vermeiden Sie es, sofern möglich, durch Scherben zu fahren. Das wird sich allerdings nicht immer vermeiden lassen.
  4. Lassen Sie die Achsgeometrie von einem Kfz-Sachverständigen messen, wenn Sie einen ungleichmäßigen Reifenverschleiß feststellen. Eventuell kommt es zur Montage neuer Reifen.
  5. Denken Sie über die Montage von Runflat-Reifen nach, um im Falle einer Panne weiter mobil zu sein.
  6. Die Reifenmontage sollte fachmännisch durchgeführt werden, wobei vor allem der Auswuchtung eine präventive Rolle mit Blick auf Schäden zukommt.
  7. Im Falle des Reifenwechsels sollten Winter-/Sommerreifen nicht unsachgemäß gelagert werden. Das Gummi sollte nicht mit Öl, Fetten und Kraftstoffen in Berührung kommen.
  8. Vermeiden Sie es, Ihr Auto zu überladen! Nicht nur der Bremsweg verlängert sich, auch die Reifen können durch unsachgemäße Nutzung Schaden nehmen!

Was gilt bei einem Reifenschaden am Mietwagen?

Sie sollten vor Vertragsabschluss genau prüfen, ob bzw. inwiefern Reifenschäden versichert sind. Oft ist eine vertraglich geregelte Selbstbeteiligung fällig. Viele Autovermietungen bieten einen speziellen Scheiben- und Reifenschutz, den Sie prüfen sollten. Im Falle einer Reifenpanne sollten Sie sich umgehend telefonisch an den Anbieter wenden und den Pannenservice nutzen.

Zahlt bei einem Reifenschaden die Versicherung?

Bei einer ’normalen‘ Reifenpanne durch Verschleiß oder Gegenstände auf der Fahrbahn wird eine Kaskoversicherung im Regelfall nicht zahlen. Einzig Schäden durch Vandalismus oder höhere Gewalt sind von den meisten Kaskopolicen abgedeckt. Allerdings kann sich die Versicherung nicht lohnen, wenn die Selbstbeteiligung höher als die Kosten für zwei neue Autoreifen ist.

Bei einem unverschuldeten Unfall (= Haftpflichtschaden) sieht das anders aus: Hier muss die Autoversicherung des Unfallverursachers für Reifenbeschädigungen und weitere gutachterlich festgestellte Beschädigungen aufkommen. Oberhalb der Bagatellschadensgrenze von etwa 750 Euro haben Sie als Geschädigter das Recht, selbst einen unabhängigen Kfz Gutachter zu beauftragen. Im Großraum Hamburg sind Sie mit dem Kfz Gutachterbüro von Gabriel Raiolo bereits am Unfallort bestens beraten.

Interessantes Gerichtsurteil für Schäden an Reifen

Das Amtsgericht Heinsberg hat 2013 geurteilt, dass die gegnerische Versicherung dazu verpflichtet sein kann, nach einem unfallbedingten Reifenschaden beide Pneus an einer Achse zu erneuern. Der Gerichtsentscheidung war ein Schadengutachten vorausgegangen, in dem der Gutachter wegen der Fahrstabilität die Erneuerung beider Reifen für notwendig hielt.

Sie sehen an diesem interessante Fall, dass ein Reifenschaden durchaus ein Fall für den Gutachter sein kann. Natürlich wird bei der Begutachtung eines Unfallfahrzeugs das Augenmerk auf die gesamte Karosserie gelegt.

Fazit: Reifenschäden zählen zum Betriebsrisiko eines jeden PKW!

Weil das so ist und Reifen für die Verkehrssicherheit eine Schlüsselrolle spielen, sollten Sie sie regelmäßig kontrollieren. Sie haben hier 8 Expertentipps nachvollziehen können, um das Risiko für Reifenschäden zu minimieren.

Verlassen Sie sich nicht nur auf die regelmäßige Inspektion Ihres Fahrzeugs und das Aufblinken des Reifendruckkontrollsystems (sofern vorhanden)! Sie haben hier erfahren, dass ein Reifenschaden längere Zeit unbemerkt bleiben kann, bevor es zum Platzen oder plötzlichen Luftverlust kommt.

Das Auto läuft nicht mehr rund? Setzen Sie auf Expertenwissen!

Ist ein Reifenschaden im Zusammenhang mit einem fremdverschuldeten Unfall entstanden (z. B. eine seitliche Kollision oder durch einen Parkplatzrempler), ist dies ein Fall für einen neutralen Gutachter.

Mit dem Gutachterbüro von Gabriel Raiolo können Sie sich im Schadensfall an eine leistungsstarke Anlaufstelle wenden, um die Gutachtenerstellung und Schadensabwicklung in erfahren Hände zu legen.

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